Praxisbericht Trützschler

Praxisbericht

Sturmfest ausbilden

Wie Trützschler Auszubildende und Ausbilder für die Zukunft stärkt

Kunde: Trützschler Group SE, Mönchengladbach |  Format: Workshop-Serie |  Zielgruppe: Auszubildende & Ausbildende

Wenn ein Workshop nachwirkt, spricht das für sich.

Im November letzten Jahres nahmen 16 Auszubildende aus dem ersten Ausbildungsjahr der Trützschler Group SE an dem Workshop „Boost Yourself – Innere Stärke & Balance“ teil. Konzeption und Durchführung lagen bei Birgit Krüger, die für die Bildungseinrichtung skillzUP in Mönchengladbach beauftragt wurde. Was als einmaliger Impuls gedacht war, entwickelte sich zu etwas Nachhaltigerem: Ausbilderin Melanie Grobholz und Ausbildungsleiter Michael Vitz erkannten das Potenzial – und luden sechs Monate später zu einem Workshop für das gesamte Ausbilderteam ein.

Das Unternehmen

Die Trützschler Group SE mit Sitz in Mönchengladbach ist ein weltweit tätiger Textilmaschinenhersteller mit rund 3.000 Beschäftigten an neun Standorten in Deutschland, China, Indien, den USA und Brasilien. Am Stammwerk in Mönchengladbach werden heute rund 45 Auszubildende von einem vierköpfigen Ausbilderteam unter der Leitung von Michael Vitz begleitet. Dabei unterstützen insgesamt sechs Ausbildungsbeauftragte das Team mit fachlichem Wissen und in der praktischen Umsetzung.

Der Ausgangspunkt: Auszubildende überraschten positiv

Ausbilderin Melanie Grobholz begleitete die jungen Menschen beim ersten Workshop – und nahm aktiv teil. Ihr Fazit danach:

„Die Gesellschaft schimpft gerne über die Generation Z. ABER diese Gruppe hat gezeigt, dass das nicht gerechtfertigt ist. Ich bin sicher, dass ihnen das Gelernte im Alltag hilft, verantwortungsvoll mit sich, der Umwelt und auch mit KI umzugehen.“

— Melanie Grobholz, Ausbilderin für Technische Produktdesigner

Was sie beschreibt, ist keine Ausnahme. Es ist das Ergebnis eines neuen Workshopformats, das junge Menschen anders abholt als bisher: nicht über Defizitorientierung, sondern über die Orientierung an Ressourcen. Es geht darum, persönliche Stärken aufzudecken, auch solche, die bisher unbewusst genutzt wurden. Gleichzeitig geht es darum, Impulse mitzugeben, und diese gezielt weiterzuentwickeln. Stärken, die im Berufsalltag unmittelbar wirken.

Das Format umfasst den Einsatz der seit Jahren praxiserprobten Methode IMPULSkoffer und des darauf aufbauenden IKo-Konzepts (Individuelle Kompetenzorientierung) – maßgeschneidert für die Arbeit mit Menschen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichsten Kontexten.

Der Folgeschritt: Ausbilder in den Blick nehmen

Die Gespräche im Nachgang führten zur logischen Konsequenz: Wer Auszubildende stark machen will, benötigt auch Ausbilder, die selbst geerdet sind. So entstand der Workshop „Sturmfest ausbilden: Resilienz, Nachhaltigkeit und Verantwortung vermitteln“, dieses Mal für Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte in den Schulungsräumen von Trützschler.

Der erste Workshop fand im April statt, der zweite im Mai. Die Resonanz aus dem Ausbilderteam: Was am ersten Tag erarbeitet wurde, zeigte direkt Wirkung und reicht über den Workshop-Tag hinaus.

Stimmen nach dem ersten Workshop-Tag

Mehrwert für Team und Alltag

„Ein informatives Seminar mit praxisnaher Vermittlung auf Augenhöhe, hilfreichen Auffrischungen und klarem Mehrwert für das Team und die Zusammenarbeit im Alltag.“

— Sebastian, Ausbilder für Industriemechaniker und Konstruktionsmechaniker

Selbstreflexion und Gespräche, die Tiefe haben

„Besonders beeindruckt haben mich die praktischen Übungen zur Selbstreflexion und die anschließenden, interessanten Gespräche darüber.“

— Eugen, Ausbilder für Zerspanungsmechaniker

Bedürfnispaare verändern den Blick auf sich selbst und das Team

„Danke, Birgit, für den tollen ersten Workshop-Tag, den Du als herzliche, offene Dozentin jederzeit authentisch und wertschätzend geleitet hast. Besonders das Hinschauen mit Bedürfnispaarungen hat sowohl den Blick auf jeden selbst als auch den Blick auf die Teammitglieder gestärkt. Die Inhalte werden uns Ausbilder in unserer Ausbildungsarbeit mit den jungen Menschen wertvoll unterstützen. Ich freue mich auf die Anwendung in meiner Arbeit.“

— Melanie Grobholz, Ausbilderin für Technische Produktdesigner

Eine Stimme aus der Ausbildungsleitung – erster Tag

Michael Vitz, Ausbildungsleiter bei Trützschler in Mönchengladbach, hat beide Workshop-Tage selbst miterlebt. Seine Einschätzung nach dem ersten Termin:

„Besonders positiv empfand ich die Arbeit mit dem farbigen Feld zur eigenen Einschätzung. Auch die Herleitung über den vorgelesenen Text, dem man mit geschlossenen Augen zuhören konnte, hat geholfen, sich auf sich selbst zu konzentrieren und die eigene Position bewusster wahrzunehmen. Der individuelle Weg zur eigenen Standortbestimmung war sehr gut nachvollziehbar und hilfreich. Als Seminar, das sich auf die eigene Haltung und persönliche Position konzentriert, war der Workshop sehr gelungen.“

— Michael Vitz, Ausbildungsleiter

Vitz formulierte zugleich einen konstruktiven Hinweis: Der Bezug zur Ausbildungsarbeit und zu den Auszubildenden hätte an manchen Stellen noch deutlicher herausgearbeitet werden können. Diese Rückmeldung wurde aktiv für den zweiten Tag aufgegriffen. Der Workshop „Sturmfest ausbilden“ ist als zweiteiliges Format angelegt: Der erste Tag schafft über moderierte Selbstreflexion eine gemeinsame Sprache im Team und baut das Vertrauen für den Prozess auf. Der zweite Tag legt neben der Selbstreflexion den Fokus auf den Transfer in die konkrete Arbeit mit Auszubildenden.

Genau das ist die innere Logik des IKo-Konzepts: Wer andere auf ihrem Weg begleiten will, kennt zuerst den eigenen Standort – einschließlich der blinden emotionalen Flecken, die jeden Blick auf andere färben. Wer das erkennt, begleitet mit Klarheit, einer Klarheit, die den Ausbildungsalltag trägt.

Stimmen nach dem zweiten Workshop-Tag

Der blinde Fleck – und was danach kommt

„Der blinde Fleck stand im Mittelpunkt des ersten Workshops. Dabei wurde deutlich, wie stark die eigene Sichtweise die Wahrnehmung beeinflusst – und wie schnell andere Perspektiven dabei unbewusst ausgeblendet werden. Im zweiten Termin wurde das Thema anschaulich und praxisnah vertieft. Besonders die Ressourcen-Dusche am Ende stellt einen sehr wertschätzenden und gelungenen Abschluss dar. Mit Birgit Krüger ist dieser Workshop zudem hervorragend begleitet – fachlich wie menschlich.“

— René Haas, Ausbilder für Mechatroniker und Elektroniker

Näher zusammengebracht – als Team

„Birgit Krüger hat es in unserem Workshop geschafft, mit ihrer unterhaltsamen und mitreißenden Art neue Methoden und Sichtweisen im Umgang mit unseren Auszubildenden an die Hand zu geben. Die Inhalte waren gut vermittelt und haben zum weiteren Nachdenken angeregt. Obendrein hat sie uns als Ausbilderteam noch einmal näher zusammengebracht.“

— Lars, Ausbildungsbeauftragter für IT-Systemintegration

Feedback gehört – Ausbildungsleitung nach dem zweiten Tag

„Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass das Feedback aus dem ersten Teil aktiv aufgegriffen wurde. Die anschließende Reflexion im Hinblick auf unsere Auszubildenden – insbesondere zu eigenen Annahmen und zugeschriebenen Eigenschaften – war für mich sehr hilfreich. Die vertrauensvolle und geschützte Atmosphäre hat es ermöglicht, auch sensiblere Themen anzusprechen. Insgesamt ein sehr gutes Seminar mit wertvollen Impulsen für die Praxis.“

— Michael Vitz, Ausbildungsleiter

Worum es in den beiden Workshop-Einheiten konkret geht

KI verändert die Arbeitswelt – aber Beziehungen bleiben menschlich.

Viele einfache und repetitive Aufgaben werden künftig von KI übernommen. Was KI nicht kann: echte Beziehungen aufbauen und pflegen. Deshalb rücken soziale Kompetenzen, die jeder Einzelne in unterschiedlicher Stärke mitbringt, wie Empathie, Kommunikation, gemeinsames Wachsen, ins Zentrum der Workshops.

Feedback und Fehlerkultur neu denken.

Feedback von oben nach unten und von unten nach oben wird in vielen Unternehmen gefordert, aber selten wird vorbereitet, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen. Die Workshops schaffen hier ein gemeinsames Verständnis und eine tragfähige Grundlage.

Passung statt Anpassung.

Klassische Berufsorientierung fragt: Was muss jemand mitbringen? Die IKo-Workshops decken zunächst auf: Was bringt jemand bereits mit? Dieser Perspektivwechsel entscheidet darüber, ob jemand im Beruf aufblüht oder sich dauerhaft verbiegen muss.

Die Methode und das Konzept dahinter

Was den Ausbilder-Workshop bei Trützschler besonders wirksam machte, waren die moderierte Selbstreflexion mit der Methode IMPULSkoffer und die darauffolgende Interaktion im Team.

Für gezielte Reflexionsfragen gibt es den IKo-Reflexionsfragen-Generator. Auf Grundlage des IKo-Konzepts wurden diese individuell für den Kontext „Ausbildung gewerblicher Berufe“ erstellt und im Nachgang übergeben – ein Add-on, das die Erkenntnisse nachhaltig vertieft.

Ein IKo-Workbook, das ursprünglich für Jobcoaches, Berufscoaches und Sozialpädagogen in der Berufsorientierungsphase entwickelt wurde, ist nun auch für den Einsatz mit Ausbildern vorgesehen. Der entscheidende Unterschied: Ausbilder können arbeitsplatzbezogene Reflexionsfragen stellen, die in der allgemeinen Berufsorientierung so nicht möglich sind: Welche Bedürfnisse treiben mich an? Wo reagiere ich in meinem Arbeitsumfeld besonders sensibel – auf Fehler, auf Widerspruch, auf Desinteresse? Und wie beeinflusst das, wie ich einen Auszubildenden wahrnehme und beurteile?

Was bleibt

Ein einzelner Workshop kann einen guten Impuls setzen. Die Kombination aus einem Workshop für Auszubildende, einem anschließenden Workshop für Ausbilder, dem IKo-Reflexionsfragen-Generator und einem handbuchgestützten Werkzeug für den Alltag schafft etwas Wirksameres: eine gemeinsame Sprache und eine Kultur, die von beiden Seiten getragen wird.

Trützschler hat den ersten Schritt getan. Die Resonanz aus Team und Leitung zeigt: Er lohnt sich.

Was das IKo-Konzept einzigartig macht

Was das IKo-Konzept auch in der Berufsausbildung einzigartig macht: Die Weiterbildung für Ausbilder wird im Grundlagen-Modul bewusst gemeinsam mit Jobcoaches, Berufscoaches und Sozialpädagogen angeboten. So kommen Menschen ins Gespräch, die junge Menschen auf dem Weg in die und während der Ausbildung begleiten. Das ermöglicht erstmals einen strukturierten Austausch zwischen diesen Berufsgruppen.

„Wir Jobcoaches und die Ausbilder begleiten denselben jungen Menschen – nur an verschiedenen Stationen seines Weges. Trotzdem reden wir im Alltag kaum miteinander. Dass das IKo-Konzept uns erstmals an einen Tisch bringt, ist eine gelungene Kombination. Dies ermöglicht uns in Zukunft, den jungen Menschen auf ihrem Weg gemeinsam weiterzuhelfen.“

— Bärbel Kohler, Jobcoach für junge Menschen und Erwachsene

Unternehmen, die ihre Ausbilder in diese Weiterbildung schicken, investieren damit nicht nur in deren eigene Entwicklung. Sie öffnen auch eine Tür zu einem Netzwerk, das den Übergang von der Berufsorientierung in die Ausbildung grundlegend besser machen kann.

Über die Methodenentwicklerin

Birgit Krüger ist Entwicklerin der Methode IMPULSkoffer und des darauf aufbauenden IKo-Konzepts – Individuelle Kompetenzorientierung. Beides ist aus knapp zwei Jahrzehnten direkter Arbeit mit jungen Menschen, Auszubildenden, Ausbildern und Führungskräften entstanden.

Das IKo-Konzept besteht aus Methoden, Workshops, einem Workbook, einem IKo-Reflexionsfragen-Generator und Train-the-Trainer-Formaten. Ein Netzwerk ausgebildeter IKo-Coaches und Berater trägt mit ihr das Wissen in die Fläche – über drei Ebenen: Berufsstarter, Mitarbeitende und Führungskräfte.

Birgit Krüger ist darüber hinaus Teil des Pilotprojekts „Fit für den Wandel“ der Traum-Schmiede gUG, das eine Förderung im Rahmen des IGP – Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz – beantragt hat.

Das IKo-Konzept: Bildungspolitisch auf Kurs

Was bei Trützschler konkret umgesetzt wurde, steht im direkten Einklang mit dem, was das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) bildungspolitisch einfordert.

Mit dem Programm „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“ (NIB), kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds Plus, fördert das Ministerium Nachhaltigkeit im ökologischen, sozialen und ökonomischen Sinn – im Betrieb, im Miteinander, im Berufsalltag.

Ausbildungspersonal als Multiplikatoren

Das Ministerium sieht Ausbilder als Schlüsselpersonen des nachhaltigen Wandels. Ausbilder, die ihre eigene innere Logik kennen, begleiten besser.

Widerstandsfähige Fachkräfte

Resilienz, Selbstkenntnis und konstruktive Fehlerkultur sind keine Soft Skills am Rande, sie sind das Fundament belastbarer Fachkräfte.

Zukunftsfähigkeit durch Selbstverantwortung

Wer weiß, was er mitbringt, handelt bewusster – für das Miteinander im Kollegenkreis, für die Umwelt und im Umgang mit KI.

Die IKo-Workshops sind damit kein Zusatzangebot für engagierte Unternehmen. Sie sind ein Beitrag zu einer Ausbildungskultur, die bildungspolitisch gewollt und gefördert wird.

Sie wünschen wirkungsvolle Formate für Ihre Auszubildenden und/oder geschulte Ausbilder?

Lassen Sie uns sprechen.

Birgit Krüger  •  info@birgitkrueger.de  •  0175 / 438 31 83  •  www.birgitkrueger.de